Pro Coesfeld will Radwege als Energiequelle nutzen

Radwege mit Solar Panels ausstatten? Genau diese Idee möchte Pro Coesfeld vorantreiben und wird hierzu einen Antrag an die Verwaltung stellen. Diese soll nun erarbeiten, welche Radwege für eine Ausstattung mit Solar Panels in Frage kommen. Inspiriert wurde die Wählergemeinschaft dabei von dem „SolaRoad“ -Projekt unserer niederländischen Partnerstadt De Bilt. Im dortigen Ortsteil Maartensdijk kommt nämlich seit dem vergangenen Sommer der Strom vom Radweg.

Bei einem Besichtigungstermin vor Ort ließen sich die Pro Coesfelder die Anlage von Dr. Arian de Bondt von „SolaRoad“ erklären. Dabei wurden auf einer Strecke von rund 330 Metern Photovoltaik-Panels direkt in den Radweg eingelassen. Eine Fläche von 1200 m² liefert nun rund 163.000 Kilowattstunden Strom im Jahr, ausreichend für umgerechnet 30 durchschnittliche Haushalte. „Diese Anlage ist bereits die fünfte dieser Art in den Niederlanden“, erklärt Dr. de Bondt, „so konnten wir in der Zwischenzeit lernen und anfängliche Kinderkrankheiten beheben“. Der entscheidende Vorteil der Anlage ist, dass die Panels nicht auf die Oberfläche installiert sind, sondern in einem festen Betonfundament direkt in den Radweg eingelassen wurden. Durch eine besondere Beschichtung entstand eine rutschfeste und schmutzabweisende Oberfläche, die mit bis zu 12 Tonnen belastet werden kann. So kann der Radweg auch von der Feuerwehr befahren werden. Der Selbsttest mit dem Fahrrad überzeugte die Lokalpolitiker von Pro Coesfeld und sie zeigten sich begeistert und beeindruckt von dem Projekt. „Der große Vorteil liegt auf der Hand“, meint Robert Böyer, Erster Vorsitzender von Pro Coesfeld. „Wir haben es hier schließlich mit Flächen zu tun, die ohnehin schon versiegelt sind. Wir bringen die Energiewende voran, ohne weiter Fläche zu verbrauchen.“ Gekostet hat die Anlage etwa 120.000 Euro mehr als ein Fahrradweg in klassischer Bauweise. Diese  Investitionskosten, so erklärt Arian de Bondt, rechnen sich aber schon bei einem Strompreis von 0,22€/kWh bereits nach gut vier Jahren, angesichts steigender Energiepreise vermutlich sogar noch schneller.