Der Vorstand von Pro Coesfeld lüftet ein bislang gut gehütetes Geheimnis: Erstmals in der Geschichte der Wählergemeinschaft kürt ein hochkarätig besetztes Gremium „den schönsten Fuß von Pro Coesfeld“.

Für ein Interview stand der Fuß, dem die freudige Überraschung über diese unverhoffte Auszeichnung zunächst die Sprache verschlagen hatte, laut Pressemitteilung nicht zur Verfügung. Der Vorstand versicherte allerdings, dass der erwählte Fuß kräftig und sicher aufzutreten gewohnt sei. Er sei standfest, bodenständig, sei aber auch flink und wendig, wann immer es darauf ankomme.

Liefere der politische Gegenspieler eine Vorlage, sei sein Schuss aufs Tor gefürchtet. Nachtreten werde der schönste Fuß von Pro Coesfeld aber keinesfalls, versprach der Vorstand; an der richtigen Stelle werde er aber gern den nötigen Staub aufwirbeln. Gerührt sicherte der Fuß auf Nachfrage des Redaktionsteams schließlich zu, den Titel ein volles Jahr lang in Ehren zu halten, ihn nicht mit Füßen zu treten und von diesem Amt auch keinesfalls zurückzutreten. Auf die Frage nach der Kommunalwahl 2020 erwiderte er auweichend: „Wir von Pro Coesfeld haben ja zum Glück keinen Mangel, weder an Füßen noch an Gesichtern. Ich bin voller Überzeugung vor einigen Jahren eingetreten, werde aber nicht als Kandidat antreten – da gebührt anderen der Vortritt.“

Fragen nach dem Nutzen der Aktion konterte die Wählergemeinschaft mit dem Hinweis, einen politischen Wert habe die Auszeichnung womöglich nicht, doch wolle man dem Mitbewerber dieses Feld der Ehren nicht allein überlassen; Pro Coesfeld könne sich deshalb vorstellen, Jahr für Jahr ein jeweils anderes Körperteil aus dem Kreis der Mitglieder in den Blick zu nehmen und auszuzeichnen, wobei die Grenzen des guten Geschmacks selbstverständlich gewahrt blieben. „Medienpräsenz ist heute alles“, so ein Fraktionsmitglied, das nicht genannt werden wollte. „Manchmal muss man sich einfach am politischen Wettbewerb orientieren. Der Vorstand denkt gerade über ein ganz neues Format nach, ‚Coesfeld’s Next Topmodel’. Nur ein kleiner Schritt für einen Fuß, aber ein echt großer Schritt für unsere Kommunalpolitik.“